Montag, 2. April 2012

Ist das Panem-Buch zu grausam für 12jährige?

Liebe Leser!
In einer Unterhaltung der letzten Tage stand plötzlich die Frage im Raum, ob die Grausamkeiten im Buch der  Panem-Trilogie für 12jährige Leser/innen zu verkraften sind.

(Foto vom Kinotrailer)

Ich...verstehe ja die Bedenken irgendwie...
Der Inhalt dieser Fantasy-Bücher ist schon "hart", es geht um Krieg, um Töten, um Strategien und es gibt Tote. Grausam!

Aber...es IST ein Science-Fiction-Roman, und Robin zB  nahm den Inhalt  zu keinem Zeitpunkt für bare Münze. Auch ist es nicht so, dass keine Werte in dem Buch vermittelt werden: Die Protagonisten sind sehr menschlich beschrieben, und man kann die ganze Entwicklung nachvollziehen. Man wächst als Leser quasi "so mit rein", durchlebt die gesamte Gefühlspalette von Katniss mit. Panem ist doch kein hohles Baller-Baller-Buch, ohne Sinn und Handlung - es ist einfach superfesselnd.

Sicher, das Thema ist ernst und düster, aber dass man als Jugendliche/r  davon Angst kriegen müsste, bezweifle ich nun mal. Und  sagen wir mal, ein/e  Zwölfjährige/r kriegt Angst, dann würde er oder sie  das Buch doch zuklappen und nicht weiterlesen? Oder was meint ihr?

Robin fand das Buch einfach nur spannend.
Aber er ist ja auch ein Junge, und da ist die Faszination für Kampf, Krieg und Kräftemessen sowieso geschlechtsspezifisch. Sag ich jetzt mal so.

Allerdings denke ich, dass es noch eine andere Geschichte ist, den Film zu sehen.
Denn im Kino werden uns FERTIGE BILDER vorgesetzt - beim Lesen entstehen ja EIGENE BILDER.

Bei uns ist es außerdem noch so: Ich kann Robin gar nicht mehr sagen, WAS er lesen soll. Er entscheidet selbst. Ich bin schon lange nicht mehr sein Zensor, was Bücher betrifft. Er sucht sich selbst...seine Themen: Das sind im Moment fast nur Science-Fiction- und Fantasy-Romane. Aber ich darf mich nicht einmischen, und auch nicht nerven. Angebote kann ich ihm machen (einen Stapel aus der Bücherei mitbringen), aber ansonsten ist er eher beratungsresistent. Und das ist auch gut so. Was aber schon geht, ist, hinterher über gemeinsam gelesene Bücher zu reden. Und ich bin irgendwie froh, wenn uns das gleiche Buch gefallen hat!

Jedenfalls werden wir in den Osterferien ins Kino gehen, um uns Panem anzusehen.
Das verkraften wir.

Bald gibt es auch wieder eine Buchempfehlung von mir, bzw uns. Es ist es diesmal ein Buch, das erst Robin gelesen hat, und nun stecke ich mitten drin...Habt Geduld! Schließlich lese ich noch mit der alten Lesebrille.

Ach ja...und wisst ihr , dass es Schüler gibt (hauptsächlich Jungs), die gar nicht lesen?
(....hab ich aus sicheren Quellen)

Wenn ich unseren Sohn in ein Buch vertieft sehe, bin ich immer auch glücklich darüber, dass er das kann...Einsteigen in die Welt des Buches....



PS: Wenn ihr den link in der ersten Zeile (oben)  anklickst, erscheint eine Buchbesprechung zu Panem - lest die mal, dort ist die Faszination der Trilogie sehr schön erklärt.


(Ja, der Blogeintrag wurde hinterher von mir gekürzt und verändert.)


Kommentare:

  1. Jonas, auch 12 liest sehr viel und hat auch seine eigene Lesewelt...Wenn er nix hat, nimmt er auch Stern und Spiegel( auch nicht ohne, finde ich)Eragon 4 ist gerade dran, aber davor war die Samurai Reihe der Oberburner,
    Kämpfe, schwerter..das sind Dinge die wohl in diesem Alter sehr angesagt sind beim lesen...
    Aber wie Du sagst, ich bin auch glücklich, einen lesenden Jungen zu haben und erinnere mich noch genau, ich habe auch Dinge verschlungen, die nicht so altersgerecht waren
    Liebe Grüße
    vom zwerg

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  2. @Moin Zwerg,
    Ja, Jungs sind sehr fasziniert von den gegensätzlichen Welten, die Kampfgeschichten (so nenne ich das mal der Einfachheit halber) mit sich bringen. Für mich sind das mit dem Sohn auch andere Erfahrungen und Erkenntnisse als mit der Tochter damals. Ich...beobachte das ...und sehe mir an, wie anders Jungen und Männer ticken. Auch beim Fernsehen bin ich echt überrascht, wie fasziniert die Männerwelt von kräftemessenden Szenen sein kann, während es mich eher langweilt.
    Auch interessant ist, was Jungs so machen, wenn sie sich treffen. Sie fechten und kämpfen und schießen Bogen und rennen und es strotzt nur so vor..."Männlichkeit".(Ja, auch im pc-Spiel - aber das ist nun fast wieder ein neues Thema)

    Mittlerweile befremdet es mich nicht mehr.

    Söhne und Mütter müssen da irgendwie durch.
    (Väter sind naturgegeben näher dran am Geschehen)
    Mädchen in diesem Alter lesen meistens komplett andere Bücher. Solche, die Robin nicht mal anfassen würde. "Rosarote Beziehungsbücher" nenne ich das mal, und es ist nicht abwertend gemeint nur zusammenfassend. Ich war ja auch mal ein Mädchen.


    Gut ist für mich ein Buch/eine Buchreihe auch dann, wenn beide Geschlechter - und auch die Mütter - davon gefesselt sein können. Panem ist so ein Buch. Oder all die Harry Potter-Bände. Oder oder...

    Bald zeige ich hier im Blog unser zuletzt gelesenes Jugendbuch - das bestimmt auch was für deinen Sohn sein könnte. Vielleicht kennst du es schon? Aber ich verrate noch nichts. Ich bin fast fertig, lese aber nur abends.

    Ach, es gäbe viel zu sagen.
    Danke für deinen Kommentar!

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  3. Huhu,
    meiner ist 11 und hat alle Eragons gelesen und jetzt liest er Drachenglut ... Er entscheidet auch selbst, was er liest und wenn ich mich so umsehe, bin ich froh, dass mein Kind liest. Das ist - besonders bei Jungen - gar nicht so verbreitet und ich freue mich einfach darüber. Ich habe übrigens diese Woche den Panem-Film mit ihm angesehen und uns hat er sehr gut gefallen. Meinem Sohn macht das nun nix' aus aber Kinder sind verschieden und eigentlich kennt man ja sein Kind, ob es solche Filme nun verkraftet oder nicht.
    Wir waren vorher in dem Film Gefährten, der übrigens einfach toll war, der ist wesentlich grausamer und brutaler als der Panem-Film.
    Wie Kinder auf Filme oder Bücher reagieren hängt auch sehr vom Umfeld ab, finde ich.
    Es gibt 11jährige die spielen Call of Duty am Computer ... na ja, da ist mir so ein Fantasy- oder Science-Fiction-Buch allemal lieber.
    Liebe Grüße

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  4. @Hi Friesenfan: Ich denke auch, dass in der heutigen Zeit die "größere Gefahr" von aggressiven Computerspielen ausgeht als von Büchern!

    Und das mit der Buchverfilmung ist ja auch immer so eine Sache... R. wollte seinem Freund die Panem-Bücher zum Lesen empfehlen und ausleihen, doch dieser sagte, die Bücher wären zu dick und er warte dann lieber auf den Kinofilm....!

    Tja.

    Manchmal fragt man sich schon, ob "das Buch" überhaupt noch Zukunft hat...Ob man ein Dinosaurier ist, wenn man liest. Aber nun bin ich fast schon im nächsten Science-Fiction...

    Heute wollen wir vor Ostern noch mal schnell in die Bücherei - für Nachschub sorgen...
    Wer (von eueren Kindern) hat denn Bartimäus gelesen?

    Gerne bekäme ich hier auch mal einen Kommentar einer Mädchenmutter...eine andere Sicht der Dinge. Wir Jungs-Mütter sind uns ja ziemlich einig...

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  5. Du bringst es auf den Punkt!
    Bei uns gab es fürs Kino (früher) die Regel: was gelesen wurde, durften sie auch sehen. So entstand auch die Tolkien-Liebe des Großen (ich mag Herr der Ringe bis heute nicht lesen und hätte es nicht für möglich gehalten, dass er als 11-12 jähriger darin versinkt).
    lg Petra

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  6. Ich habe bartimäus gelesen( Mädchen)
    Soweit ich mich erinnern kann, war der ganz gut.
    Artemis fiel möchte ich auch, außerdem die kai Mayer Bücher und die klippenwelt-Chroniken.
    Die letzten zwei aber eher als Hörbuch.

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  7. Liebe Gine,

    dass Buch, die Bücher kenne ich zwar nicht,
    aber wenn ich allein an die guten alten Märchen denke,
    die wir schon vorgelesen bekommen haben ...
    da waren doch auch jegliche Art von Grausamkeiten enthalten, stimmt´s?

    Ich wünsche Euch schöne Ostertage, auch wenn es ziemlich kalt ist.

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  8. Danke für euere Kommentare!

    @anette: Stimmt, das beginnt schon im Kindergarten, wenn man erste Stimmen hört, die sich über die grausamen Märchen beschweren.Da geht die Diskussion (zB mit anderen Eltern) schon los. Und man stößt ziemlich bald auf die Erkärungen mit der speziellen Sprache der originalen Grimm-Märchen zum Beispiel....(Nein, dieses Faß mach ich jetzt nicht auch noch auf)

    @alle:
    Was mich bei dem Thema ja immer noch beschäftigt, ist das unterschiedliche Leseverhalten von Jungs und Mädchen. WANN ist das so? Was macht ein gutes Buch aus, wenn es von beiden Geschlechtern "verschlungen" wird? Welche Rolle spielt "die Gewalt" dabei? Ist Grausamkeit im Buch NOTWENDIG, um es spannend zu machen? Welche Rolle spielt der Schreibstil?
    ....etc...

    Und dann die Sache mit den Sohn- und Tochtermüttern...

    (Ich behaupte jetzt mal, wer nur Töchter hat, kommt mit bestimmten Themen gar nicht in Berührung. Oder liege ich da falsch?)

    Nun ja...ich will ja nun nicht mein eigenes Kommentarfeld sprengen...

    ;-)

    Ich freue mich immer, wenn ihr kommentiert!

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  9. @Anonyma:
    Danke für den Hinweis.

    Ich bin natürlich nicht nur eine Jungs-Mutter.
    Bevor ich Jungs-Mutter wurde, war ich ja schon 12 Jahre eine Mädchen-Mutter.
    Nur geht es hier jetzt für mich um die Jungs-Mutter-Themen, bzw die möglichen Unterschiede.

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