Freitag, 27. September 2013

Mudder, dein Blog...

Im Auto.
Wie er draufkam, 
weiß ich nicht, ich gab jedenfalls nicht mal ansatzweise ein Stichwort dazu, aber plötzlich fabulierte der Sohn auf der Heimfahrt von der Gitarrenstunde:
"...und wer liest überhaupt deinen Blog? Liest das jemand? Das ist doch voll langweilig. Du musst mal was Interessantes bloggen...",
und so kam ich tatsächlich in die Situation, ein paar überlegte Sätze über mein Blog herauszulassen. herauslassen zu wollen. Glaube ich. 

"Ach du meine Güte, wie kommst du jetzt darauf?" Nein, falscher Anfang.

"Was Du 14jähriger männlicher Pubertant interessant findest, und was ich bald 50jährige Mutter bloggenswert finde, mag ja auseinanderdriften" war mein erster Einwurf.

 "Ach, und,..." sagte ich, um Zeit zu gewinnen, "es kommt immer darauf an, welchen Zweck so ein Blog haben soll." - Und schon war ich wieder in Erklärungsnot, denn welchen Sinn und Grund hatte mein Blog nochmal? Irgendwie rumlabern?

"Ich verfolge ja nun keine hohen Ziele mit dem Bloggen, ein bisschen Marktermine publik machen, ein wenig Mitbloggen mit den anderen netten Blogger/innen, ein wenig sich selbst ausprobieren und natürlich auch Eigenwerbung", war so das erste, was ich sagte.

"Und dann - habe ich ja keinen germanistischen oder journalistischen Hintergrund, und kraute eigentlich nur so rum, wohlwissend, dass es viele wirklich wunderbare Weblogs gibt, die zu lesen richtig Spaß macht. Ich kann dir mal ein paar Seiten zeigen, die ich gerne lese, von Leuten, die schreiben können, die formulieren können, die das richtig... können. Aber ich glaube, die basteln auch mal länger an einem Eintrag herum."

"Ja, nein, natürlich kann ich es nicht richtig, aber ab und zu werfe ich mal ein paar Sätze raus, und zwar immer irgendwie schnell. Worüber ich am liebsten bloggen würde (zB über dich, Sohn, oder eben Geschichten aus meinem näheren Umfeld) darf oder will ich nicht schreiben, denn ich bin ja nicht anonym. Ich habe da dieses Impressum. Und du willst das ja nicht, dass ich von dir erzähle, bzw nur mit Antrag und Genehmigung von dir, und ohne Foto, oder, wenn, dann ohne Gesichtserkennung, und  so ist das hier eben ein gefilterter Blog. Und das macht ihn vielleicht auch langweilig. Tja."

"Dann blogg halt anonym?" überrascht mich mein Gesprächspartner,
 aber ich lehne dankend ab,  und wir beschließen, dass ich ihm daheim mal Beispiele zeige, wie gute Blogs meiner Meinung nach aussehen, bevor er sich seinem Computerspiel widmet.

 Und schon ist das Thema vergessen.

Ja, wieso habe ich das jetzt gebloggt?
 Vermutlich, weil mir selbst manchmal langweilig ist auf meinem Blog.
Aber das Süppchen ist immer selbstgekocht!




Tomatensuppe vor dem Kochen.

Guten Abend.

Synonyme?











Kommentare:

  1. Mein Blog liegt auch ziemlich brach, seit uns die "Hauptakteurin" verlassen hat, aber aufgeben mag ich es auch nicht, denn irgendwie hängt man doch dran ...
    Ein Anonym-Blog hab ich auch noch (da liest mein Mann wenigstens nicht mit), aber dafür habe ich derzeit auch keine wirkliche Inspiration und akuten Zeitmangel noch dazu ...
    Was die "Alten" machen, finden die Kinder doch eh immer peinlich und uncool, oder? Schon um sich abzugrenzen.
    Aber Links zu guten Blogs würde ich mir gerne von dir wünschen :o)
    LG

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  2. Ach Gine,

    gerade deshalb liebe ich deinen Blog, er ist ehrlich und erzählt ohne zu beschönigen mal dies mal das, wie eine Freundin, die sich ja auch nicht jedes Mal ne neue andere trendige Story einfallen lässt.

    Weiter so, und vor allem weiter mit diesen Sätzen: "Aber das Süppchen ist immer selbstgekocht"
    Eindeutig, zweideutig!

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  3. Ich glaube kaum, dass es einem länger gelingt, so richtig anonym zu bloggen, denn dann ist es nicht mehr authentisch...und dann wird es langweilig....Ich werde nicht den Versuch unternehmen, meiner Familie zu erklären, warum ich blogge, das ist mein Ding, das muss ich ganz bestimmt nicht dreimal begründen...;-) LG Lotta.

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  4. Das Süppchen ist immer selbst gekocht und darauf kommt es doch an. Mit mein Nachwuchs könnte ich wahrscheinlich stundenlang darüber diskutieren, seiner Meinung nach mein Blog gestaltet sein müsste/sollte. Ich blogge allerdings für mich, und nicht für meinen Sohn.
    Mach weiter so.

    Viele Grüße
    Nachtfalke

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  5. Tja, warum bloggt man/frau? Die Gründe hast Du ja schon aufgezählt- und wer sagt, daß es immer tiefschürfende Themen sein müssen?
    Das Alltägliche ist doch das, was uns alle beschäftigt, und das ist nicht immer hochinteressant, muß es auch nicht.
    Ich lese bei Dir immer gerne, weil ich deine Beiträge so schön humorvoll finde!
    Liebe Grüße
    Gabi

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  6. Bloggen macht gerade deshalb Spass, weil es nicht immer sinnvoll, effizient und hochtrabend intelligent sein muss.
    Ich blogge aus purer Lust am Schreiben und freue mich umso mehr, wenn ich Reaktionen auf mein Geschreibsel habe.
    Bei mir ist es kein Junior, sondern der standesamtlich Aufgeschwatzte, der meinen Blog ziemlich sinnlos findet. Damit kann ich gut leben.

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    1. Der standesamtlich Aufgeschwatzte....köstlich!

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  7. Nun, die Idee, wie ein Blog oder eine Internetseite auszusehen hat und was die zu beinhalten hat, driftet zwischen 14 und 50 natürlich auseinander!
    Wäre auch ungewöhnlich, wenn es das nicht täte. :-)
    Aber auch wenn dein Sohn den Blog nicht cool genug findet, mach weiter so. Ich lese gerne hier!
    LG Calendula

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  8. Ja, freilich blogg ich, wie ich will...
    Ich fand es aber auch irgendwie witzig, wie der Sohn das Gespräch darüber mit mir suchte...
    ;-)

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