Freitag, 31. Januar 2014

Das Putzwunder aus dem Kellerschrank - Teil 1

In unserem  Kellerflur steht so ein alter Kleiderschrank. Darin befinden sich Dinge, die man irgendwie abgelegt hat, Ablage K quasi: Viele alte Ordner, der Filzvorrat, Verpackungsmaterial  - und gesammelte Seifenschnipsel in Eimern und Tüten.

Dies  sind Seifenschnipsel, die entstehen, wenn  Seifen begradigt oder Kanten entschärft werden, und unschöne Randstücke.Ihr könnt euch also vorstellen, dass diese Restebehälter ständig zunehmen. So wie die Gletscher schmelzen, so wächst der Schnipselberg - fast unsichtbar, aber dauernd. Solange sich die Schranktüre noch schließen lässt, ist es ja egal...

Nun gibt es ja diese Resteverwertung die sich "Seife zur Putzseife aussalzen" nennt.
Gibt es. Das weiß ich schon lange.

Aber ich hatte nie Lust, Putzseife zu produzieren. Irgendwie fehlte mir die Motivation. Putzseife. Naja.

Als ich nun im Januar zwischen Seifenbüro, Seifenküche, Abstellgerümpel unter der Treppe und Kellerflurschrank hin- und herräumte, störte mich der Platz, den die Seifenschnipsel im Schrank einnahmen, doch. Kurz. Dann vergaß ich es wieder.

...doch das Thema holte mich wieder ein....Im Seifenforum wurde gerade  vermehrt über das "Seifen aussalzen" geschrieben....und ich las ein bisschen mit...

Ihr ahnt es schon - ich kramte meine Seifenschnipselbehälter hervor...

Hier seht ihr grad die buntesten Schnipsel...

 Schritt eins ist das Einweichen der (zerkleinerten) Reste in Wasser. Das dauert eine Zeit lang.


Da die Putzseife von Überschußfett
(Naturseifen sind ja wegen des nicht verseiften Überschußfettes so pflegend!)
befreit werden muss,
gibt man LAUGE (unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften, denn Lauge ist ätzend!!!) dazu,
um eine 0% überfettete Seife im Topf zu bekommen.
 

Unter ständigem Rühren auf der Herdplatte gibt man also erst Lauge (Überfettung ausschalten)
und dann viel Salz  (aussalzen) dazu.


Also  köcheln, rühren, Salz nachgeben, rühren, köcheln
(nicht anbrennen lassen) köcheln...etc
Solange, bis sich die Unterlauge von der Seife absetzt.



 Dann schöpft man die Seife ab und gießt die Unterlauge weg.

Das Spiel mit dem Aussalzen kann nun ohne Zugabe einer Lauge neu beginnen - denn Überschußfett
ist ja nicht mehr vorhanden.

Wir weichen also den Seifenbrei wieder mit Wasser ein, erhitzen, geben pfundweise Salz dazu, köcheln
und warten bis sich ein Seifenmatsch absetzt....

Diesen Aussalzvorgang kann man so oft wiederholen, bis Seife und Wasser "sauber" aussieht....

Dann abschöpfen, abtropfen lassen und in Formen geben.
Ich gab die Masse in meine alten (ersten) Kunststofformen, die noch ohne Nut  zusammengeschraubt werden müssen. Durch die Spalten in den Formen konnte das Wasser gut ablaufen.
Bei den neueren Formen ist das nicht möglich.


Nach einer Abtropfnacht holte ich heute morgen die putzigen Seifenblöcke aus den Formen:


Die Blöcke haben die Konsistenz von frisch abgeschöpftem  Käse (Käseherstellung), 
sind also noch nicht schneidfähig.
Ich habe das Gefühl, das kann jetzt noch dauern, bis es weitergeht...


Wer noch mal woanders über das Aussalzen nachlesen möchte, 
kann das zB  HIER - oder im Seifenforum tun.

Dies war mein "Privatvergnügen", 
es hat - bis auf die verwendeten Schnipselreste -
 nichts mit meinem Seifengewerbe zu tun, 
und ich verkaufe keine Putzseife.
Dieser Blogeintrag ist keine vollständige Anleitung, nur eine Erzählung.
Alle Angaben ohne Gewähr also...
;-)

 - Fortsetzung folgt -
Ob die Seife wohl wirklich ein Putzwunder ist?

Fortsetzung


Kommentare:

  1. Die bunten Schnipsel sind ja richtig nett...was dann kommt eher bäh...
    Interessant, daß die Farbe so ganz verschwindet.
    Und ich bin gespannt auf Deinen Putztest!
    Liebe Grüße
    Gabi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, ich finde die farbigen Seifenschnipsel auch sehr schön.
      Aber es hilft ja nichts - irgendwann muss man mal mit dem Aufräumen beginnen.
      Falls du Schnipsel brauchst...da wäre ich großzügig...
      (per mail mitteilen)

      Löschen
  2. Ich finde ja deine Schnipsel fast zu schön für Putzseife. Ich glaube, die hätte ich wieder in Seife versenkt. Habe auch vor kurzem mal die Reste ausgesalzen, aber so schön weiß ist das nie geworden.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Claudia, ich hatte nicht nur so bunte Schnipsel - grau und braun war schon auch dabei.
      Es wäre ein weiterer bürokratischer Akt notwendig, um bunte Seifenschnipsel, die in anderer Seife versenkt sind,
      verkaufen zu dürfen.
      Falls Du Interesse an bunten Seifenschnipseln hast, lass es mich wissen....Ich hab immer noch welche übrig.

      Löschen
  3. guten morgen gine,
    schöne schnipsel hast du da. manche stellen sich diese schnipsel mit ein paar tropfen ÄÖ als potpourri ins bad oder wo auch immer - sieht hübsch aus und duftet.
    das liest sich sehr interessant, ich hab das in frühen jahren mal gemacht. ich bin riesig gespannt, was du zum putztest schreibst.

    siebe grüsse
    silvia

    AntwortenLöschen
  4. Du wolltest Erfahrungen zur Putzseife... Ich bin ganz begeistert von meiner und putze fast nur noch mit ihr, sogar meine Fenster! Das Ceranfeld wird super sauber und ich habe auch ein gutes Gefühl beim Benutzen der Seife, da ich ja weiß, dass keine Tenside und anderes "Zeug" in ihr sind. Ich würde die Seife allerdings gut trocknen lassen. Meine sind richtig hart und duften toll, so schön nach Seife:-)

    AntwortenLöschen
  5. ... und ich als Filzerin hätte mit Handkuß gegen Entgelt die Seifenschnipsel genommen ...

    Viele Grüsse Doris

    AntwortenLöschen