Freitag, 27. Januar 2017

Von Taufseifen und Muttermilchseifen

Im November

druckste die Tochter kurz herum, und fragte dann, ob ich ihr nicht eine Muttermilchseife mit ihrer momentan im Überfluß vorhandenen feinen Milch machen könnte. Die Idee fand ich sofort gut (und auch nicht abwegig, denn im Seifenforum hat man schon von seltsameren Seifenzutaten gelesen...), aber ich musste sie wegen der Weihnachtsgeschäftigkeit auf "später" vertrösten. 

Sie sammelte also die überschüssige Milch, die dann erst mal weiter  in die Gefriertruhe wanderte.

Die Männer der Familie fanden das wieder mal extrem seltsam und waren doch leicht verunsichert.

Es war immer zu witzig, wenn einer der Kerle mal wieder auf der Suche nach Milch oder Sahne im Kühlschrank ein neutrales Gefäß mit einer weißen oder cremefarbenen Flüssigkeit heraushob, die Augenbrauen hochzog und dann ganz laut fragte: "Was ist denn das??? Ned, dass des wieder Muttermilch ist???"

Wir Frauen haben uns dabei kaputt gelacht!

Das mit der  Muttermilchphobie wurde nach dem Einpendeln der Trinkgewohnheiten der zweiten Enkeline dann aber langsam besser. Irgendwann standen keine undefinierbaren Kännchen oder Töpfchen mehr herum...Die Männer atmeten auf.

 

Die männlichen Wesen mussten letzte Woche noch einmal stark sein, denn ich holte die gesammelten Muttermilchspenden aus der Truhe und begann mit dem Seifesieden.

 

 Als ich in die halbaufgetaute Milch das NaOH einrührte,

verfärbte sich die Lauge eidottergelb. Das ist eine normale Farbreaktion bei Milchseifen;

sehr faszinierend.

Bereits  die Lauge  wirkte schon so cremig-gehaltvoll...

In eine Mischung aus Kokosfett, Olivenöl, Mandelöl, Babassuöl, Rizinusöl und einem Minianteil an Bienenwachs, rührte ich langsam  die quietschgelbe Lauge hinein. 

Beduftet habe ich mit Absicht nicht.

Das ganze ergab zwei Blockformen voll, wovon ich in die eine ein paar bunte Seifenschnipsel gab.

(Wovon ich ja Unmengen habe!)

 

Die Seife heizte sich schön von selbst auf, gelte, und nach zwei Tagen schnitt ich sie in Stücke.

 

Hier sind ein paar Stücke zu sehen. 

Nun muss die Seife reifen.

Ich finde, sie wirkt jetzt schon richtig cremig-pflegend.

Aber...nun heißt es Geduld haben.

Nun wäre es ja chic gewesen, wenn es diese Muttermilchseifen als Give-aways zur Taufe der 

Jüngsten gegeben hätte, gell?

Aber der Tauftermin wurde uns irgendwie ziemlich knapp vor dem Termin mitgeteilt.

("Wie? Das haben wir euch noch nicht gesagt?) Gut, Schwamm drüber... ich ließ mir was einfallen.

Es wurde dann keine Extra-Anfertigung mit Seifenstempel, sondern ich verwendete bereits vorhandene kleine Seifen, für die ich dann die Verpackung individualisierte. Guckt mal....

Leider ist nun nicht alles selbstgemacht: Die Organzasäckchen habe ich extra bestellt, genauso wie ich die Etiketten gekauft habe. Die Seifchen sind aber von mir. Sieht man zwar erst auf den zweiten Blick, aber was solls?

Und die Etiketten hätte ich nie so schön hingekriegt! 

 

Im Bild seht ihr zwei der beteiligten Personen...

;-)

  ...und nun schließen wir die Fensterläden wieder,

...denn...

es ist immer noch tiefster Winter.

 

 








Kommentare:

  1. Coole Idee!

    Euer neues Familienmitglied ist ohnehin Zucker! Süß die kleine Valentina.
    VLG Sabine

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  2. ixh bewundere immer wieder deine Seifenmacherei .. die sind toll!
    Wie süss euch Zwei so zusehen!
    Ich wünsche dir ein schönes gemütliches Wochenende!
    Lieben Gruss Elke

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  3. Oh Frau ! Ich hätte doch ein taufei gemacht....
    ...aber was nicht ist, kann ja noch... ;)
    Mit Psalm etc....
    Frag mal die Mutter des Enkelkindes ;))
    Lieben Gruß
    Kathrin

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    1. Liebe Kathrin, ich weiß schon...aber irgendwie waren wir froh, dass wir das mit den Eiern zur Geburt immerhin bis zur Taufe auf die Reihe bekommen haben, und das andere Ei für die Freundin von B. sollte ja auch zu einem Zeitpunkt ...da sein, und so ...sind es bis jetzt nur GEburtseier... Ja, ich frag mal...dann müssen die ganzen Eier noch mal zuj Dir zurück und, ja gut, dann können wir das ja zum Anlaß nehmen, uns zu treffen, wenn wir es denn auf die Reihe kriegen. Machst du auch Eier zum Abitur?
      ;-)
      Liebe Grüße, ich hoff, wir sehen uns mal.

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  4. So ein schönes Foto mit dem Sprössling!
    Oh ja, bei euch liegt noch viel Schnee. Es gibt gar kein Anzeichen von Frühling.
    Liebe Wochenendgrüße
    Loretta

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  5. Liebe Gine,
    das ist ja ein doller Post. Deine Kreativität hätte ich gern. Die Seifen werden sicher sehr pflegend, obwohl mir der Muttermilch-Gedanke auch erst einmal komisch war.
    Das Foto mit dem Zwergerl ist goldig, so richtig schön. Genieß die Zeit, vielleicht ist nun doch das Wetter etwas milder?
    Liebe Grüße
    Jo

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  6. Ganz entzückend das Foto mit der Lütten.
    Danke für´s zeigen.
    Liebe Grüße
    Oona

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  7. Wenn Du wieder einen Abnehmer für Deine Seifenschnipsel brauchst, selbstredend gegen angemessenes Entgelt (ich will keinen Billigheimerpreis und nichts umsonst, da ich die Qualität der Schnipsel sehr zu schätzen weiß), bin ich gerne zu allen Schandtaten bereit. Die Schnipsel vom letzten Mal (irgendwann 2014 oder so) gehen zur Neige. Für meine Hände sind sie eine Wohltat. Ausserdem habe ich mich an den tollen Duft beim Filzen gewöhnt.

    Wenn es für Dich wieder in Frage kommt, melde Dich bitte post@doris-niestroj.de

    Liebe Grüsse
    Doris

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  8. Und wer darf diese besondere Seife dann verwenden?
    Ich kann mir das Entsetzen der Männer richtig gut vorstellen.
    Warum, haben wir uns eigentlich so sehr von so etwas Natürlichem entfernt.
    Wieviel Liter waren denn notwendig?
    Vielleicht ist das ja ein ganz neues Geschäftsfeld? ;-)

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    1. Diese Seife habe ich für die Tochter gesiedet, und die Stücke werden ihren Haushalt wohl auch nicht verlassen...Eine exklusive Mädelsseife...
      ;-)
      Wieviel Liter ich verwendet habe - da müsste ich nachsehen.

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